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Die prähistorischen Felsenbilder des Latmosgebirges (Besparmak)



In den vergangenen drei Jahren wurden im Besparmak, dem antiken Latmosgebirge, die ersten prähistorischen Felsbilder des westlichen Kleinasien entdeckt. Ihre Zahl beläuft sich bisher auf elf Beispiele. Sie verteilen sich auf die der Hauptgebirgskette im Westen vorgelagerten Hochebene mit Schwerpunkt auf dem Gebiet zwischen Sögütözü und dem Karadere.

Die Bilder befinden sich an den Wänden von kleinen Höhlen und Überhängen, meist in der Nähe von Quellen oder Bächen. Der Erhaltungszustand der ausschliesslich in roter Farbe ausgeführten Malereien ist unterschiedlich. Bei etwa der Hälfte ist eine Aussage über den Inhalt der Darstellung möglich, bei den übringen sind nur noch spärliche Reste der Malerei, z.T. nur noch Farbspuren zu erkennen.

Bei fast allen Darstellungen kommen Menschen vor, die in einem Beispiel, dem Bild der Göktepe-Höhle, eindeutig in einem Handlungszusammenhang stehen. Thema ist hier höchstwahrlicheinlich ein Fruchtbarkeits-bzw. Frühlingsfest, bei dem getanzt wurde und bei dem man sich paarte. Ein anderes Felsbild aus dem Karadere hat vermutlich ein kultischen Charakter und ist vielleich als Beschwörung oder Erscheinung der latmischen Berggötter (Widdergötter?) zu verstehen.

In der Art der Menschendarstellung und in der Malweise lassen sich stilistisch zwei Hauptgruppen unterscheiden: Die eine, die nur durch das Bild der Göktepe-Höhle vertreten ist, zeichnet sich durch die naturalistische Wiedergabe der menschlichen Gestalt, vor allem der weiblichen aus, bei der Busen und Gesäss besonders betont sind. Zum Malen benutzte man dabei vermutlich den Finger oder Daumen. Bei der zweiten Gruppe hingegen sind die menschlichen Figuren linear und schematisch wiedergegeben, meist in Vorderansicht mit angewinkelt erhobenen Armen und gespreizten Beinen, wobei der Kopf flügelartig endet oder einen T-förmigen Aufsatz trägt. Beim Auftrag der Farbe auf die Felswand verwendete man in diesem Fall einen Pinsel. Die nächsten Vergleiche zu dieser Gruppe finden sich in der unteritalischen und in der schematischen Felsmalerei der iberischen Halbinsel.

Eine genaue Datierung der neugefundeden Felsmalereien des Latmos ist vorläufig nicht möglich. Als Zeitspanne kommen die Jahrtausende zwischen dem Epipaläolitikum und dem Chalcolithikum infrage. Das älteste Bild der bisher bekannten Reihe dürfte das der Göktepe-Höhle sein, während die schematischen Darstellungen der zweiten Hauptgruppe zeitlich wohl eher später anzusehen sein werden.


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